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Car Crash

In Bangalore ist es doch passiert, ich habe einen Unfall gesehen. Eigenlich der erste im Leben, den ich Life gesehen habe. Zum Glück nix schlimmes, nur Blechschaden. Der Einfachheit halber beschreibe ich den Vorgang multikulturell, d.h. indisch und für old europeans in continental style, d.h. mit Rechtsverkehr. Also: Ich sass gemültlich im Auto, schaute mir die Kreuzung an und meditierte vor mich hin. Das ist natürlich eher indisch, denn in der Schweiz hätte ich gestresst im Auto gesessen und mir über irgendwas Sorgen gemacht. Wie dem auch sei, als es Grün wurde, hat gegenüber ein Auto auf der linken (EU=rechten) Seite einen LKW überholt und wollte dann vor ihm Rechts (EU=Links) abbiegen. Der LKW war aber schon ziemlich schnell und hat das Auto hinten erwischt. Es hat sich zweimal gedreht und stand dann wie bestellt und nicht abgeholt mitten auf der Kreuzung. Alles kein Drama, der Polizist ist gleich losgerannt, der LKW-Fahrer hat wild mit den Händen gefuchtelt und mein Fahrer hat beim Vorbeifahren den Zeugenbericht "on the fly" abgegeben.

Das Manöver war auch für indische Verhältnisse etwas gewagt. Gemäss den offiziellen Regeln müsste der Autofahrer sich zürst vor den LKW quengeln, ihn dann ausbremsen worauf der hupt und wenn er sich an der Seite vorbeischiebt, kann man abbiegen, nachdem noch eine Rikshaw auf der anderen Seite vorbeigerauscht ist. Der Gegenverkehr hat nur dann Vorfahrt, wenn man noch nicht abgebogen ist. Falls das nicht geht, weil die gewünschte Fahrbahn schon vollgestopft ist, bleibt man auf der Kreuzung stehen und hupt, um zu signalisieren, dass man auf der Kreuzung nicht übernachten will. Dann hupen die anderen auch und für jeden gibt es eine Lücke um sich durchzuquetschen. Alles ganz simpel, aber die jungen Leute wissen ja alles besser und hören beim Verkehrsunterricht einfach nicht zu. Hier sind die jugendlichen Raser überhaupt kein Thema, denn alles ist so verstopft, dass es nur im Schneckentempo vorangeht, was die Sicherheit erhöht. Mit der Zeit fühlte ich mich sauwohl und genoss das Theater des Lebens in Form des täglichen Verkehrs. Der Verkehr ist wild, aber ich hatte selten das Gefühl, dass sich jemand gross aufregt. Nicht wie in der Schweiz, wo Leute halbe Psychosen kriegen, wenn mal ein Auto mitten auf der Kreuzung stehenbleibt.

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