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Hyderabad

Hyderabad war die schönste Stadt, die ich gesehen habe. Mit insgesamt ca. sechs Millionen Einwohnern ist sie kuschelig klein - wenn man sie mit Mumbai vergleicht. Die Lage an einem grossen See erinnert etwas an Zürich. Aber nicht nur das, Hyderabad ist extrem sauber, auch nach schweizer Massstäben. Die Stadt zahlt als ABM ein Heer von Frauen, die Nachts die Strassen wischen. Während tagsüber alles voller Autos ist, ist Nachts kein Durchkommen weil überall jemand mit dem Besen werkelt. Ich konnte dieses seltsame Schauspiel sehen, weil ich einen Nachtflug mit Air-India hatte. Und noch etwas komisches: Im Flughafen wurde beim Ausgang das Gepäck nochmals durchleuchtet und man ging auch nochmals durch die Piep-show. Vielleicht haben die Angst, dass jemand nach Hyderabad eindringt, die Stadt entführt und damit in Mumbai reinfliegt.

Auf der Strasse hiengen Schilder, die den Big-Boss von Lucky Goldstar willkommen hiessen, da die ein Werk für Fernsehgeräte planten. Wenn man mal genau überlegt, ist das viel sinnvoller als irgendwelche Staatschefs zu empfangen. Das sind doch nur Schnorrer, die sich vollfressen und nichts wirkliches bringen. Wenn dann der Präsident der USA nächstesmal kommt, kriegt er einen Gutschein für ein Tandoori Value Pack (incl. 1 Pepsi)und einen Fahrer, der etwas Sightseeing macht, während die lokalen Politiker neue Jobs reinholen. Bei der Rückkehr findet er dann die Air Force One leicht verändert vor. Im Unterdeck sind zehn Familien eingezogen, der Command-Post wurde zum Cybercafe, aus den Flügeln wurden Kotflügel für Ambassadors geschmiedet und aus den Reifen liessen sich perfekte Flip-Flops herstellen.

Das wichtigste hätte ich fast vergessen: Ich war bei einem Teppichhändler, der seinem Namen alle Ehre gemacht hat. So hat er mir gesagt, dass er den Teppich nur an Leute mit Stil verkaufen würde - wie zum Beispiel an mich :-). Worauf ich natürlich gleich drei Teppiche gekauft habe. Es war der absolute Genuss, er hat wirklich jedes Register gezogen. Schade, dass ich nicht die Zeit hatte, alle Gags aufzuschreiben, er war soo schnell und kannte einfach alle meine möglichen Argumente auswendig, manchmal kam die Antwort sogar bevor ich was gesagt hatte. Ein Genuss, wenn man bedenkt, dass viele Shops Festpreise haben und die schönen langen Diskussionen fast nur noch mit Taxifahrern möglich sind. Vielleicht werden die Inder in 20 Jahren solche Teppichhändler aus dem Tourismus-Werbebudget bezahlen, weil die Westler dieses Image im Kopf haben und deswegen nach Indien kommen. So wie in den Bergen Alp-Öhis angestellt sind um die Japaner zu begrüssen.

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