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Indische Küche

Ein spezieller Aspekt ist die indische Küche. Nach der dritten Woche hatte ich einen Anfall, weil alles so scharf ist, und immer gleich schmeckt. Wenn man non-spicy bestellte, war es noch schlimmer. Es schmeckte nach gar nichts bzw. nach etwas seltsa­men und undefinierbaren Dingsda. Dann habe ich mich dran gewöhnt und langsam die regionalen Unterschiede rausgespürt.

Dann habe ich mal ein paar Tüten Chips gekauft. Ha, was für ein Flop. Die normalen Chips waren furchtbar, denn wer mal eine Tüte von Zweifel verknabbert hat, macht keine Kompromisse mehr. Die indisch gewürzten Chips waren sehr lecker, aber so ultrascharf, dass ich die Jungs mit den roten Autos zu Hilfe rufen woll­te.

Die meisten Re­staurants haben chinesische Küche. So ernährte ich mich auch von Fried Noodles und Sezchuan Rice. Ich war also nur noch ein halbsanfter Tourist. Einmal habe ich Pizza probiert, aber der Einfluss der Amis war klar spür­bar, die Pizza hat vor Fett fürchterlich getrieft, und war damit völlig unbrauchbar. Spaghettis kommen mit in­disch­en Gewürzen. Das war zwar spannend, aber kein Ersatz für denominazione originale italiana. Ich weigerte mich standhaft, in einen McDonalds zu gehen, weil es politisch un­korrekt ist, und ein mieser Burger auch nicht besser wird, wenn man mit einer Auto-Rikshaw in den Drive-through fährt.

Eine hierzulande kaum bekannte Spezialität ist eine Cola namens Thums up. Sie schmeckt leicht anders als die atlantisch-georgianischen Brausen, gehört aber dennoch Coca Cola. Wem denn sonst, das scheinen die Naturgesetze der Globalisierung zu sein. Noch was zum Thema Naturgesetze bzw. Physik. Wenn ich eine Flasche aus dem Kühlschrank nahm, war alles flüssig, wie man es von einem Getränk erwarten würde. Wenn ich es aber öffnete, gefror alles von oben nach unten, bis eine Minute später alles wieder auftaute und ich die Thums-up schlürfen konnte bzw. die Würfel schluckte. Dann fror kurz der Hals ein und es war ein Riesengenuss. Sicher völlig ungesund, aber wer innere Schönheit haben will, muss halt leiden. Ich weiss gar nicht weshalb das so ist. Nicht das mit der Schönheit, die kommt von innen links, sondern das mit dem einfrieren aus heiterem Himmel.

Es gibt ein paar Sachen die so gut waren, dass ich sie wahnsinnig vermisse. Es gibt Nan, ein frisch geba­ckenes Weissbrot. Dann Pappad, ein Maisfladen mit Gewürzen. Beide ein Hit. Sie sind nicht scharf und gut gewürzt. Am besten dazu sind chilli-prawns (Crevetten in Chilli-Sauce) und dazu ein Fried Fish. Frisch vom Grill und mit Limonen ist das ein Traum. Auch sonst hat Indien für Fischfreunde sehr viel auf Lager. Ich hatte zum erstenmal einem Fisch namens Pomfret, der aber mit dem gleichnamigen Kartoffelgericht weder verwandt noch verschwägert ist.

Ich mochte Fisch schon immer, aber ich hätte nie gedacht, dass Indien so viele neue Genüsse auf Lager hat. Muss wohl daran liegen, dass ein grosser Teil von Indien am Meer liegt und die kulinarischen Schätze also vor die Haustür schwimmen. Die Schweiz hat Pech, sie liegt vor allem an der EU. Leider hat bisher keiner herausgefunden wie sich EU-Verordnungen lecker zubereiten lassen. Egal was man macht, sie schmecken immer so trocken. Wenn man sie in Öl einlegt, werden sie schwammig aber nicht besser. Da haben es die Inder schon besser.

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