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Rikshaws und Taxis

Wenn man zum ersten mal gefragt wird ob es ein "auto" oder ein "car" sein soll, kommt man ins grübeln. Car ist ein Auto bzw. ein Taxi. Ein "auto" ist die Abkürzung für Auto-Rikshaw. Meistens nannte man sie einfach Rikshaw. In Thailand tragen die den schönen Namen "tuk tuk", weil sie einen Zweitakt-Motor haben. Ich mochte die Rikshaws, weil man einen schönen Panoramablick hatte und immer an der frischen Luft bzw. am frischen Smog war. Sie haben keine Federung, daher war etwas Mitdenken angesagt. Wenn ein Schlagloch kam, musste man kurz die Beine anspannen um sein Kreuz zu schonen. Da es nicht an Schlaglöchern mangelte, hatte ich bald eine Beinmuskulatur wie ein Weitspringer. Die Rikshaws können für alle möglichen Transportzwecke eingesetzt werden, von Textilballen bis zu zwei Meter langen Metallprofilen. Mich wunderte nur, dass noch keiner versucht hat, damit einen Satelliten ins All zu bringen. Einmal habe ich eine Rikshaw mit sieben! Kindern drin gesehen. Das spart Geld.

Meine Erkenntnisse bezüglich Preisgestaltung waren im Laufe der Zeit weit gereift, aber ich war noch weit entfernt von der Erleuchtung. Ich wusste zwar, dass das Nirwana der Zustand ist, bei dem ein Fahrer fest gebucht oder angestellt ist, und sich das ganze Thema erledigt hat. Aber bis dorthin ist es ein weiter Weg. Und wenn der Weg das Ziel ist, ist es nicht gerade einfach, einen Festpreis auszuhandeln. Dann bräuchte man doch ein Ziel, muss sich dann aber das Nirvana abschminken.

Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war jeweils ganz einfach, man kaufte sich einen Gutschein. Dann wurde es schwierig. Man konnte “by the meter” fahren. Die Taxometer sind geeicht und die Tarife klar. Und günstig. Aber es ging regelmässig eine Stunde drauf, weil sich der Fahrer weigerte, diese Methode anzuwenden, wenn es eine kurze Strecke war. Bei längeren Strecken lohnen sich Pauschalarrangements. Eine Chance, das Richtige zu treffen, hat man nur dann, wenn andere Taxis in der Gegend sind.

Die Rückfahrt sollte man nie aus den Augen verlieren, denn einmal brachte mich eine Rikshaw by the meter zu einer Firma in der Pampa. Als ich zurück wollte, gab es weit und breit keine Rikshaw. Ich hatte auch keine Telefonnumern um mir eine zu rufen. Es ging gar nicht so lange, und es kam eine angetuckert. Aber welche Überraschung – der Fahrer weigerte sich das Meter einzuschalten und nannte nur einen Horrorpreis. Ich laberte was vom Preis der Hinfahrt, aber da schienen seine Englischkenntnisse zu schwinden und ich wusste, ich war verloren. Dann eine Erleuchtung. Ich bat ihn zu einem nahen Platz zu fahren um dort umzusteigen, was immer noch teuer genug war. Auf dem Weg kam er mir aber preislich entgegen und wir waren im Geschäft.

Es war auch nicht aussergewöhnlich, dass der Fahrer gleich nach der Abfahrt eine Tankstelle angesteuert hat und um einen Vorschuss auf das Fahrgeld gebeten hat. Der Grund ist mangelnde Liquidität. Bei einem Rikshaw-Rating von Moody's würden die Fahrer ziemlich alt aussehen. Aber das Problem hat einen Grund. Benzin ist in Indien extrem teuer, ein Liter kostete ca. 1,1 Franken umgerechnet auf schweizer Kaufkraft wären das. ca. 55 Franken pro Liter. Klar, dass da nicht einfach am Morgen der Tank aufgefüllt wird, das Geld muss zuerst verdient werden.

In Bangalore hatte ich einen Rikshaw Fahrer, der nur 100 Rupees für drei Stunden nahm, die anderen wollten 200, ein Ambassador kostete 350, ein Auto mit A/C (und Sicherheitsgurten) kostete ca. 400 – 500 Rupees. Das sind zwischen 2,5 bis 12 Franken. Viele Leute in IT-Firmen haben einen festen Deal mit einem Fahrer und kommen so billiger zur Arbeit als mit einem eigenen Motorrad. Die Globalisierung hat auch zu seltsamen Erscheinungen geführt: Beispielsweise gab es Leute, die selber ein Auto fahren. Aber ich frage mich beim besten Willen, was daran lustig sein soll.

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