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Softwareklau

Die Business Software Alliance hat wieder mal eine Studie zu Raubkopien von Software veröffentlicht. Wie üblich werden horrende Summen genannt. Natürlich gibt es massenhaft illegal eingesetzte Software. Man könnte aber dennoch einige Zweifel anmelden. Zum Ersten ist die Methodik nebulös, denn die Grundlagen sind nicht öffentlich zugänglich und nicht nachprüfbar. Ein kurzer Hinweis muss genügen, dass die Studie von irgendwelchen Experten als fundiert bzeichntet wird. Quellen? Fehlanzeige. Anhand der im Einsatz befindlichen PC's und Referenzinstallationen wird der Bedarf ermittelt. Diese Grundlage wird in der Studie mit einer einzigen Zeile abgehandelt. Danach wird mit verkauften Lizenzen verglichen. Die entsprechenden Fehlbeträge werden als Raubkopien ausgewiesen. Die Referenz sind aber nur Firmen und Personen, die auch bereit sind, an der Studie von IDC teilzunehmen. Wer also nicht mitmacht, ist automatisch schuldig. Das Konzept könnte eigentlich die Strafverfolgung vereinfachen: Wer schweigt wandert in den Knast. Das mit dem Schuldnachweis ist ja schon mühsam. Da ist die Softwareindustrie effizienter und dem trägen Staat wieder mal eine Nasenlänge voraus.

Aber das eigentliche Problem sind diese Wahnsinns-Summen. Streng genommen wäre der Fehlbetrag durch Piraterie gleich null komma null. Denn in einem funktionerenden Markt würden die Hersteller die Preise senken, wenn alle Kopien legal lizenziert und bezahlt wären. Die Bezeichnung Raubkopie ist irreführend, es wird ja niemandem etwas weggenommen. Die Analogie mit blinden Passagieren oder Schwarzfahrern wäre zutreffender. Die zahlenden Passagiere bezahlen für die anderen mit und sind somit die eigentlichen Opfer. Und eben nicht die Reederei oder die städtischen Verkehrsbetriebe. Es wäre daher wesentlich schlauer, der Öffentlichkeit vorzurechnen, wieviel jeder sparen könnte, wenn alle fair bezahlen würden. Dann wären Leute mit illegaler Software nicht mehr ein Problem von Microsoft & Co., sondern von uns allen. Ausser von mir. Ich habe nämlich OpenOffice. Und das ist Open Source und der Einsatz daher von Geburt an legal, egal wieviele Kopien ich mache. Nun bliebe zu wünschen, dass mehr Leute Open Source einsetzen anstatt Raubkopien. Dann würde die BSA immer noch jammern, aber auf höherem Niveau.

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