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Juli 2007 Archives

31.07.07

My Mac

Mein alter WindowsXP Rechner hat nach einem Stromausfall das zeitliche gesegnet. Ersatz war schon länger in Planung, nun kam es zum Ernstfall und es musste notfallmässig eine Ersatzanschaffungsmassnahme eingeleitet werden. Die Unförmigkeit und die Ressourcenverschwendung von Windows nervt schon seit langem. Ubuntu-Linux wäre ok, mein Bruder ist damit glücklich, aber das normale Interface huldigt nicht gerade dem Schönheitswahn. Deshalb nach langer Absenz wieder mal wieder ein Mac. Aber nix Gross-spuriges, sondern ein Mac Mini. Der ist munzig klein und flüsterleise. So leise, dass ich anfangs manchmal dachte, dass ihn der frühe Kindstod ereilt hat und Überlegungen zum Aufenthaltsort des Garantiescheins angestellt habe. Aber nix da, der Mac Mini ist einfach nur ein stiller Chrampfer. In Zukunft werde ich nur noch solche leissohlige Rechner anschaffen. Die gibts auch als PC, aber dann sind sie ziemlich teuer.

Die Inbetriebnahme gelang gut, bis auf einen beängstigenden Rotstich. Also grosse Rumsucherei in den Monitoreinstellungen, aber es lag an des Pudels Kabel. Eine physikalische Rekonfiguration, also an der Strippe ziehen, verschffte vollen Zugang zur schönen Aqua Optik. Lange Zeit fand ich sowas nicht so wichtig, aber nun kann ich mich daran kaum sattsehen. Nach dem Vergnügen dann die Arbeit - also Installation von Software. Als erstes Firefox - Safari wäre ja nicht schlecht, aber ein Browser ohne Werbefilter ist das pure Grauen. Kreischende Werbebanner für Junkprodukte, Gücksspiele und sonstigen Schwachsinn. Muss aber nicht sein, hehe. Danach kam Thunderbird für Mails, aber mittlwerweile gefällt mir die Apfelpost besser. Das duale Software-System hat sich schon bei Windows bewährt. Wenn etwas komplett schiefläuft ist die Ersatzcrew schnell zur Stelle.

Das Office ist ein echtes Problembüro. Da OpenOffice noch nicht voll auf den Mac portiert wurde, und NeoOffice ein paar üble Macken hat, habe ich wieder mal MS-Office für Mac gekauft. iWorks war mir zu unsympathisch. Das ist etwas unlogisch, so wie bei McDonalds einen Salat essen, aber ich dachte es sei besser so. Keine fünf Minuten nach Arbeitsbeginn vermisste ich die ersten Features aus OpenOffice, die ich vorher gar nicht richtig gewürdigt habe. Also Installation von OpenOffice und NeoOffice. So gibts nun die digitale Dreifaltigkeit auf meinem Mac. NeoOffice hat die Nase momentan vorn und an die Nutzung von OpenOffuce bzw. X11 gewöhne ich mich langsam.

X11 ist eine Umgebung in der Unix-Programme betrieben werden können. Es klappt gut, bis auf ein paar fiese Fallstricke. Die Befehlstasten sind wie bei Windows/Unix - die Control-Taste kontrolliert die Welt und nicht die Apfel-Blumenkohl-Taste. Genau die habe ich aber auf die Ctrl.-Taste umgeleitet, da ich mich nicht umgewöhnen konnte. Daher ist nun bei mir nun alles spiegelverkehrt, wenn ich also bei X11 Ctrl. brauche, drücke ich nicht die Taste mit selbiger Aufschrift, sondern eben die andere. Ist reine Übungssache. Die Menüs sind in X11 wie bei Windows/Unix in den einzelnen Fenstern enthalten, also nicht macmässig ganz oben am Bildschirm. Das ist beim Mac sehr angenehm, weil man die Befehle immer am selben Ort findet, und die Begriffe nicht mehr richtig lesen muss, sondern instinkiv dort hinklickt wo der Menüpunkt schon letztes mal war. Das setzt natürlich ein starkes Erinnerungsvermögen voraus, deshalb sollte ich nun Präparate nehmen um mein Gedächtnis zu stärken.

Ansonten braucht man wenig Doping um den Mac bedienen zu können. Viele Sachen sind anders organisiert und es braucht etwas Umgewöhnung. Wenn ich beispielsweise ein Dokument per Email verschicken will, klicke ich immer noch auf die rechte Maustaste in der naiven Hoffnung dort einen Punkt "senden an..." zu finden. Im Gegenzug zeigt der Mac die Dateigrösse von Ordnern an. Das hatte ich in all den langen Jahren mit Windows immer schmerzlich vermisst. Und Dateien werden vernünftig sortiert, also zuerst 1 dann die 10 danach die 100. Ein spürbarer Unterschied, der nach wenig tönt. Ich meine nicht die 100, die ist schon eine grosse Zahl, sondern das Sortiersystem.

Fazit: Ich bin recht glücklich. Manchmal vermisse ich Programme, aber beim Suchen nach Ersatz stosse ich auf Sachen, die ich vorher gar nicht angeschaut hätte, weil ich keinen richtigen Zwang hatte, nach neuen Programmen zu suchen. Es braucht einfach Geduld und Zeit. Es gibt einen ziemlichen Kick, im hohen Alter von ü40 festgefahrene Bahnen zu verlassen und wieder kindisch am Computer rumzuexperimentieren.

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